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Senioren im PKW – Risiko steigt mit zunehmendem Alter

Berlin, 27. Juni 2018: Sind Senioren in einen Unfall verwickelt, sind sie in den meisten Fällen nicht nur die Verursacher, sondern haben auch ein deutlich höheres Verletzungsrisiko. Ungefähr ein Drittel aller Verkehrstoten sind 65 Jahr oder älter. Die meisten von ihnen, etwa 40 Prozent, sterben bei einem Autounfall. Ein deutlicher Anstieg ist ab einem Alter von 75 Jahren zu erkennen. Um die sichere Verkehrsteilnahme so lange wie möglich zu erhalten, sollten sich Senioren körperlich und geistig fit halten und sich bei Beschwerden ärztlich beraten lassen. Auch die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstrainings kann aufschluss- und lehrreich sein.

Schon jeder zehnte Bundesbürger ist über 75 Jahre alt und etwa ein Viertel von ihnen hat eine Fahrerlaubnis. Obwohl Senior nicht gleich Senior ist, zeigen sich in dieser Altersgruppe immer mehr Einschränkungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Gesundheit. Dies hat auch direkte Auswirkungen auf das Verkehrsverhalten. Besonders in komplexeren Situationen wie großen Kreuzungen oder bei hohem Verkehrsaufkommen kann es zur Überforderung und Unfällen kommen. Bei zwei von drei Unfällen sind beteiligte Senioren über 65 Jahre die Verursacher. Sind sie 75 Jahre oder älter, tragen sie sogar in 75 Prozent der Fälle die Hauptschuld.

"Mit der technischen Unterstützung von Fahrerassistenzsysteme können ältere Autofahrer zwar viele Verhaltensdefizite ausgleichen, dennoch sollten wir uns alle mit zunehmendem Alter immer wieder die Frage stellen, ob wir hinter dem Steuer noch sicher und verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen können", so der DVW-Präsident und ehemalige Bundesminister Prof. Kurt Bodewig.

Was können Senioren tun?

Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) empfiehlt regelmäßige Gesundheitschecks sowie körperliche und geistige Betätigung, um sich gesund und leistungsfähig zu halten. Der Hausarzt kann über die Fahrtüchtigkeit aufklären, auch mit Hinblick auf die Einnahme von Medikamenten. Fahrten mit dem Auto sollten vorher geplant werden, um schwierige Verkehrssituationen zu vermeiden. Ferner bietet die Verkehrswacht viele Trainings und Schulungen rund um die Mobilität von Senioren an.

Besonders wichtig ist aber, die eigene Leistungsfähigkeit kritisch zu hinterfragen. Die DVW setzt sich darum für obligatorische Rückmeldefahrten für Autofahrer ab 75 Jahren ein. Ein Autofahrer absolviert dabei mit einer qualifizierten Begleitperson eine Autofahrt und bekommt im Anschluss eine Auswertung seines Könnens. Diese hat keine rechtlichen Konsequenzen, sondern ist empfehlenden Charakters.




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Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 60.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jeden Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,7 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring.