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Hauptversammlung der DVW fokussiert Sicherheit des Radverkehrs

Berlin/Köln, 16. Juni 2018: Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) forderte auf ihrer Jahreshauptversammlung am Samstag in Köln eine bessere Fahrradinfrastruktur, Maßnahmen zur Reduktion von Pedelec-Unfällen sowie Notbrems- und Abbiegeassistenten für Lkw. „Wenn wir mehr Radverkehr wollen, müssen wir die Radfahrenden auch besser schützen“, sagte der DVW-Präsident Prof. Kurt Bodewig.

Insgesamt sechs inhaltliche Beschlüsse verabschiedeten die Delegierten der DVW. Vier von ihnen behandelten die Sicherheit ungeschützter Verkehrsteilnehmer, insbesondere Radfahrer.

Beschlüsse:

Infrastruktur: Die Deutsche Verkehrswacht fordert den Gesetzgeber auf, Radverkehrsanlagen allgemein verständlich zu gestalten und die Vielfalt der Lösungen sinnvoll zu reduzieren. Das bedeutet, sich an wissenschaftlichen Regelwerken zur Gestaltung von Radverkehrsanlagen zu halten, nicht benutzungspflichtige Radwege zurückzubauen und unsichere Kompromisslösungen wie Schutzstreifen möglichst zu vermeiden.

Assistenzsysteme: Die DVW empfiehlt zudem, den Einsatzbereich von Notbremsassistenten größtmöglich auszuweiten, um hierdurch auch schwächere Verkehrsteilnehmer zu schützen. In diesem Zusammenhang soll auch der Abbiegeassistent für LKW endlich zur Pflicht werden, um vor allem die Zahl der getöteten und schwerverletzten Radfahrer zu reduzieren.

Pedelec-Sicherheit: In einem weiteren Beschluss stimmten die Delegierten für die Umsetzung verschiedener Maßnahmen bei Pedelecs, um auf die steigenden Unfallzahlen zu reagieren. Neben intensiver Aufklärungsarbeit und praktischen Kursen zur Funktion und Handhabung sollten bereits beim Kauf eine Einweisung und Probefahrten angeboten werden.

Fahrradstaffeln: Auch die Fahrradstaffel der Polizei soll in sämtlichen Großstädten Anwendung finden, da es einen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit hat und die Akzeptanz unter den Radfahrern hoch ist.

Weitere Beschlüsse:

Neben Themen zum Radverkehr fordert die DVW auf, körperliche und geistige Fahreignungsmängel als Unfallursache besser erkennbar zu machen, um gezielter darauf reagieren zu können. Dazu wären unter anderem eine entsprechende Ausbildung der Polizei und ein gute Zusammenarbeit mit den Fahrerlaubnisbehörden nötig.

Schließlich möchte die DVW mit Kurzfilmen zur Verkehrssicherheit präsent sein. Verschiedene Themenfelder sollen zielgruppengerecht aufbereitet und über Videoplattformen verbreitet werden. Vorbild ist die bekannte und erfolgreiche Sendereihe "7. Sinn", die 1966 ebenfalls von der Deutschen Verkehrswacht initiiert wurde.




Weitere Informationen:
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Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 60.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jeden Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,7 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring.