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Erste Hilfe am Unfallort – Verkehrsteilnehmende sollten regelmäßig ihre Kenntnisse auffrischen

Potsdam, 05. Juni 2014: Erste Hilfe kann Leben retten. Doch Umfragen zufolge liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs bei rund 37 Prozent derjenigen, die einen PKW-Führerschein besitzen, mehr als zehn Jahre zurück. Bei einem gemeinsamen Treffen empfahlen heute Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger und Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und Bundesminister a.D., allen Verkehrsteilnehmenden, ihre Kenntnisse in Erster Hilfe regelmäßig aufzufrischen. Die beiden unterstützen den Beschluss, den die Jahreshauptversammlung der DVW am 24. Mai 2014 verabschiedete. Der Antrag stammte vom Präsidium der DVW gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK).

Jörg Vogelsänger: „Bei einem Unfall helfend einzugreifen ist immer besser als gar nichts zu tun. Jeder sollte dazu in der Lage sein. Da bei den meisten von uns der Erwerb des Führerscheins bereits länger zurückliegt, ist eine regelmäßige Auffrischung der Kenntnisse in der Ersten Hilfe zu empfehlen.“

Kurt Bodewig: „Internationale Umfragen legen erschreckende Defizite offen. Das Wissen um die lebensrettenden Maßnahmen sollte deshalb jeder Autofahrer alle fünf Jahre wiederholen.“

Erste Hilfe an der Unfallstelle bedeutet, menschliches Leben zu retten sowie bedrohende Gefahren oder Gesundheitsstörungen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe abzuwenden oder zu mildern. Dazu gehören insbesondere die Absicherung der Unfallstelle, das Absetzen eines Notrufs und die Betreuung der Verletzten. Das Straßenverkehrsgesetz (§ 2 Abs. 2 Nr. 6 StVG) schreibt vor, dass jeder Verkehrsteilnehmende die Grundzüge der Versorgung Unfallverletzter im Straßenverkehr beherrscht oder Erste Hilfe leisten kann. Für den Erwerb des PKW-Führerscheins ist der Besuch des achtstündigen Lehrgangs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ gemäß § 19 Fahrerlaubnisverordnung verpflichtend.

Umfragen belegen, dass 81 Prozent der Autofahrer einen Verletzten ansprechen würde, um zu sehen, ob er bei Bewusstsein ist. Allerdings würden nur zwei Drittel auf die Atmung achten; auf starke Blutungen oder schweren Verletzungen rund 61 Prozent. Auch im Falle einer Herz-Lungen-Wiederbelebung wären viele Autofahrer überfordert: Lediglich rund 57 Prozent der Befragten setzten die Hände richtig auf; nur 37 Prozent würden solange weitermachen, bis die Rettungskräfte eintreffen und übernehmen können. Wer jedoch frühzeitig mit der Wiederbelebung aufhört, riskiert ernsthafte gesundheitliche Schäden. Durch die mangelnde Blutversorgung kann das Gehirn nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten.

Die Hilfsorganisationen arbeiten zurzeit mit den Unfallversicherungsträgern an einer Neukonzeption der Erste-Hilfe-Ausbildung. Das DRK engagiert sich im internationalen Dialog einer auf wissenschaftlicher Evidenz basierten Erste-Hilfe-Ausbildung und hat mit dem „European First Aid Certificate“ grenzübergreifende Standards in diesem Themenfeld gesetzt. Die DVW und das Brandenburger Verkehrsministerium begrüßen diese Initiativen.




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Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 60.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jeden Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,7 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring.