Schriftgröße
Header

 

Neue Wege mit den Sozialen Medien

Auf der DVW-Jahreshauptversammlung in Frankfurt im Mai haben wir erstmals eine Fachtagung durchgeführt, die sich mit uns selbst beschäftigt hat. Standen in der Vergangenheit vor allem Fachthemen mit Expertenvorträgen im Vordergrund, die in der Regel auch die Beschlüsse der DVW vorbereiten haben, zum Beispiel zu den „Gesundheitschecks“ oder zu „ Kein Alkohol am Steuer“, ging es ein Jahr nach unserem 90jährigen Jubiläum vor allem um unsere Arbeit und um unsere Zukunft, um die Vermittlung unserer Ziele und den – auch neuen – Wegen, die wir beschreiten wollen und müssen. Nur auf einen dieser Wege will ich in diesem Zwischenruf eingehen.

Sehen wir die Hauptrisikogruppe im Verkehr an, die gleichzeitig eine unserer wichtigsten Zielgruppen ist: „Junge Fahrer“. Es ist mittlerweile bekannt, dass diese sehr stark in den sozialen Medien Facebook, Twitter, YouTube und anderen kommuniziert und sich gern via Apps, allen voran WhatsApp, austauscht. Auch Internetseiten werden heute anders programmiert und nicht mehr nur als Informationsplattformen genutzt, sondern interaktiv für Dienstleistungen – wurden früher beispielsweise dort nur Termine für Fahrsicherheitstrainings angeboten, kann man sich heute dazu auch anmelden. Damit Verkehrswachtorganisationen einen Zugang zu jungen Menschen bekommen, müssen sie über solche neuen Kommunikationsformen Bescheid wissen und sich darauf einstellen.

Als Kommunikationsplattform hat sich Facebook einen besonderen Stellenwert erarbeitet. Allein die Seite der DVW dort hat sich mit aktuell 6.596 „Gefällt mir“-Angaben oder sogenannten „Facebook-Freunden“ zu einer zentralen Bühne entwickelt; ein Erfolgsmerkmal ist, wie oft andere unsere Beiträge teilen und auf ihre eigene Seite übernehmen. Die Zahl von bald 7.000 Freunden hört sich angesichts der Facebook-Seiten von Unternehmen mit mehreren hunderttausend Freunden nicht hoch an, ist jedoch für eine gemeinnützige Organisation wie die unsere sehr gut – viele unserer „Mitbewerber“ träumen davon!  Der Nachrichtendienst Twitter zeigt für die DVW rund 320 Follower, auch aus dem Medienbereich, die vor allem an kurzen News interessiert sind.

Schauen wir uns eine andere Plattform an: YouTube, der Hauptkanal für unterhaltsame, aber auch informative Clips im Netz. In unserem DVW-Kanal, der „Riskiernichts“ heißt, finden sich eine ganze Reihe von Verkehrswacht-orientierten Videoclips.

Die beliebtesten sind: vom Sänger und Schauspieler Tom Beck „Der Moment“ (145.715 Aufrufe); „Ich trag' Helm“ mit Modedesigner Guido Maria Kretschmer (34.966 Aufrufe), das Tom Beck-Interview  zur Verkehrssicherheit mit 10.801 Aufrufen. Unsere interaktive „Landstraßenkampagne“ aus den Jahren 2011/2012 für die Zielgruppe der gefährdeten jungen Fahrer, mit einem Karaoke-Bus, örtlichen Aktionstagen bei großen Musikfestivals und von Regisseuren wie Sönke Wortmann (Deutschland, ein Sommermärchen) produzierten professionellen Videoclips für YouTube, erreichte damals eine Rekordzahl an Clicks; natürlich wurde die Kampagne von einer intensiven Kommunikation über Facebook und Twitter begleitet. Zahlen, um die uns viele beneidet haben und immer noch beneiden!

Die aktuelle Kooperation mit der bei der Zielgruppe äußerst beliebten Band „Revolverheld“, zur Zeit wieder in den Charts ganz weit oben, weisen auf einen neuen Rekord : Das Video zu dem Song „Deine Nähe tut mir weh“, dessen Produktion die DVW unterstützt hat, wurde bis zum Schreiben dieses Zwischenrufes 951.193-mal aufgerufen, und wenn Sie dies lesen, hat er die Millionengrenze bestimmt schon überschritten.

Viele Landes-, Orts-, Kreis- und Gebietsverkehrswachten haben eigene Social Media-Kanäle, die sie eifrig bespielen. Einige sind auf Flickr, Google Plus oder anderen Plattformen aktiv. Ich habe einmal in einer stillen Stunde die Facebook-Accounts von Verkehrswachten und unseren Jugendorganisationen Verkehrskadetten, Jungendclubs und Junge Verkehrswachten gezählt: Immerhin 152 aktive Verkehrswachtzugänge habe ich gefunden, mit zum Teil äußerst regen Aktivitäten. Verbindet man dies mit den interaktiven Elementen auf den Websites, so kommen wir auf weit über 200 Angeboten!

Auch die Entwicklung eigener Apps für Mobiltelefone und PC ist auf dem Vormarsch. So konnten wir auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung die Verkehrskadetten Konstanz-Hegau mit dem 2. „mobil und sicher“-Sonderpreis Jugendarbeit für  ihrer Verkehrsinfo-App Konstanz auszeichnen. Über diese App informieren sie über die aktuelle Verkehrslage – und zwar regelmäßig, nicht nur an den eigenen Einsatztagen. Auch die Kreisverkehrswacht Reutlingen-Münsingen hat eine App entwickelt, deren Nutzer so alle Neuigkeiten, Fotos, Veranstaltungen und Termine direkt verfügbar haben. Gerade bei unseren jüngeren Mitgliedern gibt es viele, die hier angesprochen werden wollen und ihr Wissen gerne einbringen.

Doch nicht nur für den Jugendsektor und junge Fahrer sind die Angebote in den neuen sozialen Medien von Interesse; sie finden Eingang in eine Vielzahl unserer Aktivitäten. Gerade für die Radfahrausbildung in der Grundschule, eine unserer Hauptaktivitäten, hat die VMS ein sehr wirksames Internetangebot entwickelt, an dem sich alle interessierten Schulen beteiligen können. Die „neue Radfahrausbildung“ kombiniert das jeweilige Arbeitsheft mit einem digitalen Übungsportal für Schüler und deren Eltern. Die Schüler lernen mit diesem Portal begleitend zum Unterricht und profitieren von einer besseren Vorbereitung auf die Lernkontrolle.

Abschließend ein persönliches Wort: Anlässlich der großen Kampagne der DVW für die jungen Fahrer in 2011/2012 in den sozialen Medien, haben mich die Kolleginnen und Kollegen in unserer Geschäftsstelle in Berlin „motiviert“ auf Facebook online zu gehen, nach dem Motto: wenn wir dort sind, muss auch unser Präsident dort sein. Ich habe es nicht bereut und weiß, dass von meinen rund eineinhalb tausend „Facebook-Freunden“ viele aus der Verkehrswachtszene sind. Immer wieder freue ich mich, unsere Chefredakteurin Frau Dr. Bourauel dort zu treffen. Vor allem aber bin ich immer wieder beeindruckt, wie viele Aktivitäten und Initiativen unsere Gemeinschaft täglich für den Schutz von Leben und Gesundheit auf den Weg bringt. Aber die virtuelle Welt muss Tag für Tag mit der wirklichen Welt durch unserer Veranstaltungen und Sicherheitstage, unsere Jugendverkehrsschulen und Fahrsicherheitstrainings, unser Engagement in Kindergärten und Schulen, für Radfahrer und Senioren verknüpft werden. Wir haben für beides hervorragende Angebote.

Berlin, August 2015