Zahl der Verkehrsopfer gesunken: Statistik gut, alles gut?
Berlin, 23. Februar 2011: Erstmals ist im Jahr 2010 die Zahl der tödlich Verunglückten im Straßenverkehr auf unter 4.000 Personen gesunken. Nach den vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes von heute starben 3.657 Menschen im Straßenverkehr. Die Deutsche Verkehrswacht weist darauf hin, dass nur konsequente Verkehrssicherheitsarbeit die Zahl der verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer weiter senken kann.
„Wir dürfen die Zahlen aus Wiesbaden nicht zum Anlass nehmen, uns zurückzulehnen“, so Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a.D. „Nur eine konzertierte Aktion kann die Verkehrssicherheit weiter verbessern. Fahrzeughersteller, Verkehrssicherheitsverbände, die Polizei, Lehrer und Eltern – jeder ist gefragt. Unsere wichtigste Aufgabe der Zukunft lautet, die hohe Anzahl Unfallopfer, die schwer verletzt werden, zu verringern. Wir fordern auch die Einführung einer gesonderten Kennziffer für die so genannten Schwerstverletzten, die oft für ihr ganzes weiteres Leben gezeichnet sind.“
In den vergangenen Jahren war besonders die Hochrisikogruppe der jungen Fahrer unfallauffällig. Bodewig: „Die gesetzliche Verankerung des Begleiteten Fahrens ab 17 zu Anfang 2011 lässt hoffen, dass die Unfallbeteiligtenkurve zukünftig auch in dieser Altersgruppe absinkt.“
Die stetige Abnahme der Verkehrstotenzahlen in Deutschland begründet sich nicht nur auf Programmen zur Verkehrserziehung und -aufklärung. Weitere Gründe sind: Die zunehmende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen in PKW und Nutzfahrzeugen – sie machen das Fahren sicherer und polizeiliche Verkehrskontrollen – sie führen zu mehr Risiko- und Sicherheitsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer. Für die Deutsche Verkehrswacht ist deshalb die technische Verkehrssicherheit ein wichtiges Anliegen, dass auch auf europäischer Ebene von der DVW verfolgt wird.
Am 23. Februar 2011 hat das Statistische Bundesamt die vorläufigen Zahlen zu Verkehrsunfällen im Jahr 2010 vorgelegt. Im Jahr 2010 starben demnach 3.657 Menschen im Straßenverkehr. Insgesamt wurden rund 371.000 Personen verletzt. Gegenüber dem Jahr 2009 ist das bei den Getöteten eine Abnahme um 12 Prozent, bei den Verletzten 6,5 Prozent.
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Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 70.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jedes Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,5 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.
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