Weichen stellen für Verkehrssicherheit
Parlamentarischer Neujahrsempfang von DVR und DVW Berlin, 24. Februar 2011 – Den Blick in die Zukunft richteten der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutsche Verkehrswacht (DVW) anlässlich ihres gemeinsamen Parlamentarischen Neujahrsempfangs am 23. Februar in der Vertretung des Saarlandes in Berlin. Unter dem Motto „2011 – Weichen stellen für Verkehrssicherheit“ standen Fragen nach Potenzialen, die in der Verkehrssicherheitsarbeit noch auszuschöpfen sind, im Vordergrund.
„Der Gedanke der Vision Zero, dass für die Sicherheit im Straßenverkehr Viele die Verantwortung zu tragen haben, muss im politischen Raum stärker verankert werden“, erklärte DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf bei der Begrüßung der rund 120 Gäste. Auch umstrittene Themen wie beispielsweise „Alkohol am Steuer“ müssten offen diskutiert werden.
Der Präsident der Deutschen Verkehrswacht Kurt Bodewig, Bundesminister a.D., stellte fest, dass sich die DVW zukünftig neben ihren klassischen Aufgaben „Verkehrserziehung und Aufklärung“ auch neue Themen vorstellen kann: „Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Umwelt und Fahrzeug zu Fahrzeug ist kein Science Fiction mehr, sondern kann Wirklichkeit sein – Leben rettende Wirklichkeit. Und der richtige Gebrauch von Fahrerassistenzsystemen unterstützt die Verkehrssicherheit des Fahrers.“
Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer ging auf die am gleichen Tag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Unfallzahlen für 2010 ein. Mit 3.657 Getöteten wurde der niedrigste Stand seit 60 Jahren erreicht. Es müsse allerdings berücksichtigt werden, dass durchschnittlich pro Tag zehn Menschen auf unseren Straßen ihr Leben verlieren. „Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand“, machte Dr. Ramsauer deutlich. „Jeder Tote ist ein Toter zu viel.“ Er dankte dem DVR und der DVW für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Sie werden auch künftig zu den wichtigsten Partnern in der Verkehrssicherheitsarbeit des Bundes zählen. Ihre Expertise wird gebraucht“, meinte der Bundesverkehrsminister.
Professor Bernhard Schlag, Verkehrspsychologe der Technischen Universität Dresden, stellte zentrale Ergebnisse eines Gutachtens des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesverkehrsminister vor. Insgesamt 17 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen haben 40 konkrete Empfehlungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit vorgelegt. Das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 zu halbieren, wie es die EU-Kommission in ihren Leitlinien für die Straßenverkehrssicherheit fordert, sei nur durch eine verkehrspolitische Zäsur zu erreichen. Hierzu zählten zum Beispiel ein absolutes Alkoholverbot am Steuer oder Geschwindigkeitsbegrenzungen auf unterschiedlichen Straßentypen.
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