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Verkehrssicherheitsarbeit mit Asylsuchenden in Brandenburg

Berlin/Potsdam, 25. Oktober 2016: Der große Zuzug von Asylsuchenden und Flüchtlingen wird das soziale Leben in Deutschland langfristig beeinflussen. Zu einer gelungenen Integration gehört auch zu wissen, welche Verkehrsregeln in Deutschland gelten und welche Verhaltensweisen üblich sind. Der Straßenverkehr in Deutschland unterscheidet sich in Gesetzgebung, Verkehrsaufkommen und Verhalten der Verkehrsteilnehmer von dem der Herkunftsländer.

Diesen Sachverhalt hat das Land Brandenburg aufgegriffen und als erstes Bundesland ein Pilotprojekt "Verkehrssicherheitsarbeit für Geflüchtete und Asylsuchende" aufgesetzt. Das "Bündnis für Brandenburg" der Staatskanzlei des Landes Brandenburg und die Landesverkehrswacht Brandenburg setzen dieses bis Ende 2016 um; bei Erfolg soll das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Im Land Brandenburg gibt es 18 Verkehrswachten, die Verkehrserziehung und -aufklärung, kurz: Verkehrssicherheitsarbeit, mit verschiedenen Zielgruppen durchführen, zum Teil auch mit Asylsuchenden. Die Verkehrssicherheitsarbeit basiert darauf, soziale und kommunikative Verhaltensformen weiterzugeben sowie zu lernen, wie der Straßenverkehr in Deutschland funktioniert und wie man sich mit größtmöglicher Sicherheit darin bewegt.

Für ihre interkulturelle Aufgabe haben sich die Verkehrswachten neben der Einführung in die wichtigsten Verkehrsregeln drei Themen ausgesucht: Fahrradkurse, ÖPNV-Schulungen sowie Eltern-Kind-Kurse.

Fahrräder sind bei Asylsuchenden oft genutztes, erstes individuelles Verkehrsmittel, um den Mobilitätsradius zu erweitern. Dies wurde schon von mehreren Initiativen erkannt, und die bisherigen Angebote fokussieren oftmals auf die Bereitstellung von Fahrrädern und Fahrradkursen. Die Verkehrswachten zeigen Asylsuchenden, wie ein verkehrssicheres Fahrrad nach StVZO aussieht, wie man einfache Reparaturen selbst erledigen kann (dies setzt eine kleine Fahrradwerkstatt oder Kooperation zum Beispiel mit einem örtlichen Fahrradhändler voraus) und welches die wichtigsten Verkehrs- und Verhaltensregeln für Radfahrer sind.

Auch die ÖPNV-Schulungen sind sehr lebensnah und gehen direkt auf die Bedürfnisse der Asylsuchenden ein. Sie lernen, wie der ÖPNV vor Ort aufgebaut ist, wie man Fahrpläne von Bussen und Bahnen liest und wie die Fahrkartenautomaten funktionieren. Die Schulungen finden in den Unterkünften oder im direkten Umfeld statt und beziehen wichtige Alltagswege ein - zur Ausländer- oder anderen Behörden, zum Arzt oder sozialen Einrichtungen.

In den Eltern-Kind-Kursen geht es darum, mit Kindern spielerisch zu üben, wie sie sich auf dem Gehweg, am Zebrastreifen oder an der Ampel richtig verhalten, ferner einige für sie wichtige Verkehrszeichen kennenzulernen. Den Eltern (zumeist Mütter) wird vermittelt, was Kinder im Vorschulalter wissen und können sollten und wie sie ihre Kinder auf eine möglichst sichere Verkehrsteilnahme vorbereiten können. Alle Kurse sind alltagsnah an der Situation der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer orientiert und sind somit eine Hilfe in der täglichen Lebensbewältigung, um die Integration zu erleichtern und die Lebensqualität jedes einzelnen zu verbessern.

Das Projekt "Verkehrssicherheitsarbeit mit Asylsuchenden" wird mit finanzieller Unterstützung des Landes Brandenburg, Bündnis für Brandenburg, noch bis Ende 2016 durchgeführt. Federführend bei der Umsetzung ist die Landesverkehrswacht Brandenburg, mit Unterstützung der Deutschen Verkehrswacht e.V.




Weitere Informationen:
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youtube.com/RiskierNichts 
twitter.com/DtVerkehrswacht 

Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 60.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jeden Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,7 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring.