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Überholen auf Landstraßen ist lebensgefährlich - Parlamentarischer Neujahrsempfang von DVW und DVR

Berlin, 1. März 2012 – Unter das Motto „Die Landstraße – Unfallschwerpunkt Nummer eins“ stellten die Deutsche Verkehrswacht (DVW) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ihren gemeinsamen Parlamentarischen Neujahrsempfang am 29. Februar 2012 in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin.

Landstraßen sind schön, aber gefährlich. Rund 60 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten sind auf Landstraßen ums Leben gekommen. Besonders gefährdet sind die jungen Pkw-Fahrer sowie die motorisierten Zweiradfahrer. Laut der Prognose des Statistischen Bundesamtes für die Unfallzahlen 2011 ist die Zahl der Todesopfer auf Landstraßen im vergangenen Jahr voraussichtlich um mehr als acht Prozent gestiegen. Deshalb hat das Bundesverkehrsministerium als Partner der beiden wichtigsten Verkehrssicherheitsverbände das Thema Landstraße im neuen nationalen Verkehrssicherheitsprogramm in den Fokus gerückt.

DVW-Präsident Kurt Bodewig begrüßte die rund 160 Gäste und ging unter anderem auf die Unfallzahlen des Jahres 2011 ein: „Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist die Zahl der Menschen, die durch Unfälle im Straßenverkehr ihr Leben verloren haben, gegenüber dem Vorjahr wieder angestiegen. Und dieser Anstieg ist leider deutlich ausgefallen: bei den Getöteten um 9,4 Prozent auf inakzeptable 3.991 Menschen. Bei den Verletzten haben wir einen Anstieg um 5,5 Prozent auf rund 391.500 Einzelschicksale zu verzeichnen.“ Besonders deutlich sei die Zahl der Verkehrstoten auf Landstraßen gestiegen. „Wenn wir die dort Betroffenen wiederum anschauen, dann wird vor allem ein Anstieg der getöteten und schwerverletzten Motorradfahrer deutlich. Hier hatten wir einen Anstieg um 13,1 Prozent“, unterstrich Bodewig. Er erwähnte die nationale Kampagne „Runter vom Gas“ des Bundesverkehrsministerium und des DVR sowie die „Aktion Landstraße – Sei clever! Riskier nichts“ des Bundesverkehrsministeriums, umgesetzt von der DVW, die über die besonderen Gefahren auf Landstraßen informieren.

„Wir müssen besonderes Augenmerk auf den Brennpunkt Landstraße legen. Von den im Jahr 2010 insgesamt 3.648 Getöteten im Straßenverkehr sind 2.207 bei Unfällen auf Landstraßen tödlich verunglückt“, erläuterte DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. „Darüber hinaus bedarf es konkreter Maßnahmen gegen Baumunfälle, da bei diesen Unfällen jeder fünfte Verkehrstote zu beklagen ist“, unterstrich er. Das von vielen Verkehrsteilnehmern subjektiv empfundene Gefühl der Sicherheit auf Landstraßen sei trügerisch. Der DVR-Präsident brachte es auf die einprägsame Formel: „Überholen auf Landstraßen ist lebensgefährlich.“

Über die Gefahren auf Landstraßen informierte Professor Reinhold Maier von der Technischen Universität Dresden. In einem Impulsreferat beleuchtete er die drei großen Sicherheitsdefizite auf Landstraßen: Abkommen von der Fahrbahn, Überholen und Missachtung der Vorfahrt. Und natürlich spiele das Thema Geschwindigkeit bei Unfällen auf Landstraßen eine entscheidende Rolle. In diesem Zusammenhang plädierte der Wissenschaftler klar für Geschwindigkeitsüberwachung: „Sie dient der Verkehrssicherheit und hat nichts mit Abzocke zu tun.“

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde der im letzten Jahr neu gefasste Alleenerlass in Brandenburg erörtert. Im Bundesland mit den schönen Alleen landet jeder Dritte, der von der Fahrbahn abkommt, an Bäumen, die im Schnitt lediglich 1,43 Meter vom Straßenrand entfernt stehen.

Einig waren sich die Experten, dass eine selbsterklärende oder fehlerverzeihende Straßengestaltung eine elementare Voraussetzung für mehr Verkehrssicherheit sei. Doch sichere Straßen und Fahrzeuge nützten nichts, wenn nicht auch die Fahrer ihr Verhalten änderten. Die Verkehrsteilnehmer müssten für sicheres Verhalten motiviert werden. Dazu bedürfe es einfacher, klarer und nachvollziehbarer Regeln.  Tempolimits ohne entsprechende Überwachung seien sinnlos.

Teilnehmer der Diskussionsrunde waren neben Professor Maier sowie den Präsidenten von DVW und DVR Professor Josef Kunz, Leiter der Abteilung Straßenbau im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, und Steffen Wenk, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg.




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Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 60.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jeden Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,5 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.