Kinder auf dem Rad: Unfallgefahr wegen Bewegungsmangel
Berlin, 16. August 2011: Jedes Jahr ist die Radfahrausbildung für 95 Prozent aller Grundschüler ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur selbstständigen Teilnahme am Straßenverkehr. Wichtig für eine sichere Teilnahme am Verkehrsgeschehen ist, dass die Kinder über ausreichende Bewegungssicherheit verfügen.
Allerdings weisen immer mehr Kinder psychomotorische Defizite bei der Radfahrausbildung auf. Eine Studie der Deutschen Verkehrswacht und der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus dem Jahr 2009 zeigt, dass sich die Fähigkeiten der Kinder auf dem Rad im Vergleich zu 1997 deutlich verschlechtert haben.
Dabei fallen vor allem Stadtkinder, Mädchen mit Migrationshintergrund, übergewichtige und überbehütete Kinder auf. Während bei einer Umfrage 1997 nur knapp die Hälfte der Ausbilder (46 Prozent) angaben, die Körperbeherrschung und Radfahrfertigkeit habe abgenommen, waren es 2008 schon fast drei Viertel (72 Prozent). Gleichzeitig hatten 1997 nur 3 Prozent der Ausbilder angegeben, die Zahl der Kinder mit Mobilitätsdefiziten habe erheblich zugenommen. 2008 waren es immerhin schon 22 Prozent.
„Kinder brauchen viel Bewegung, damit sie fit für den Straßenverkehr sind“, so Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a.D. „Für Stubenhocker gilt: Raus und aufs Rad! Fehlt den Kindern eine durchgängige Praxis, ist gelegentliches Radfahren umso gefährlicher. Unternehmen Sie mit Ihren Kindern am Wochenende und in den Ferien ausgiebige Radtouren. So fördern Sie deren Fähigkeiten, sich sicher und eigenständig im Straßenverkehr zu bewegen.“
Im Jahr 2010 wurden nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes 104 Kinder bis 14 Jahren im Straßenverkehr getötet. Im Jahr davor lag die Zahl bei 90 Kindern.
Weitere Informationen:
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