Fußgänger im Straßenverkehr: Sicher durch die dunkle Jahreszeit

Berlin, 04. November 2011: Früh einsetzende Dunkelheit, schlechte Sicht, verschärfte Witterungsbedingungen. Herbst und Winter sind für Fußgänger kritische Jahreszeiten im Straßenverkehr. Das Risiko von Unfällen lässt sich jedoch verringern, wenn Fußgänger als ungeschützte Verkehrsteilnehmer einige Verhaltensregeln beachten. Darauf weist die Deutsche Verkehrswacht hin.

„Bei Nebel, Regen oder Dunkelheit werden Fußgänger schnell von PKW, LKW und Radfahrern übersehen“, erklärt Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a.D. „Es ist aber besonders wichtig und eventuell unfallverhütend, dass sie frühzeitig von anderen Verkehrsteilnehmern erkannt werden.“

Schlechte Sichtverhältnisse und ein zu dunkles Outfit können die Ursache für folgenschwere Unfälle sein. Mehr Sicherheit schaffen helle, auffällige oder mit reflektierenden Streifen versehene Kleidungsstücke. Damit können Fußgänger von Autofahrern frühzeitig wahrgenommen werden. Kurt Bodewig: „Hier sind insbesondere auch Eltern gefordert. Sie sollten darauf achten, dass Bekleidung und Schulranzen ihrer Kinder mit Reflektoren versehen sind.“

Gefährdung beim Überqueren von Straßen
Fußgänger sollten besondere Vorsicht walten lassen, wenn sie die Straße überqueren. Die Fahrbahn sollte nach Möglichkeit niemals plötzlich, direkt vor einem herannahenden oder hinter einem parkenden Fahrzeug betreten werden. Autofahrer könnten Fußgänger nicht früh genug bemerken und daher nicht rechtzeitig bremsen. Auch ist der kürzeste Weg nicht immer der sicherste: Im Zweifelsfall lieber einen Umweg in Kauf nehmen und Straßen an einer Ampelanlage oder gut beleuchteten Stelle passieren!

„Bei Nässe, Schnee- und Eisglätte spielt außerdem der längere Bremsweg der Fahrzeuge eine wichtige Rolle“, ergänzt Bodewig. „Deshalb: Immer den Verkehr im Blick haben, falls nötig stehenbleiben und die Straße erst betreten, wenn der Verkehr wirklich steht.“

Insgesamt sollten Fußgänger ihr Verhalten im Straßenverkehr an die Jahreszeit anpassen – und gegebenenfalls auch einmal zurückstecken, so der Präsident der Verkehrswacht weiter. „Ganz einfach: Der Klügere gibt nach. Es bringt nichts, auf ein Recht zu beharren, das andere nicht respektieren. Gegenüber einem KFZ ziehen Fußgänger immer den Kürzeren.“

Senioren und Kinder häufig Unfallopfer
Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts sind Fußgänger als ungeschützte Verkehrsteilnehmer vor allem in den Herbst- und Wintermonaten besonders gefährdet. Dies gilt vor allem für ältere Menschen und Kinder.
Zwar ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Senioren die als Fußgänger unterwegs waren deutlich zurückgegangen (2009: 335; 2010: 227). Dennoch entfällt im Jahr 2010 auf die Gesamtzahl aller getöteten Fußgänger mit knapp 48 Prozent der größte Anteil auf die über 65-Jährigen. Kinder sind insbesondere auf dem Schulweg und nachmittags in der Freizeit gefährdet. 2010 verunglückten 7.304 Kinder unter 15 Jahren als Fußgänger im Straßenverkehr, 28 davon tödlich. Im Gegensatz zum Rückgang bei den Senioren bedeutet dies einen Anstieg um 22 Prozent.


Die aktuellen Pressemitteilungen der Deutschen Verkehrswacht sowie weitere Infos finden Sie auch auf Twitter: twitter.com/dtverkehrswacht

Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 70.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jedes Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,5 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.

Bildmaterial

Kontakt

Wenn Sie weitergehende Informationen zur Deutschen Verkehrswacht wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Gerne vermitteln wir Ihnen auch Interviewpartner.

Kontakt Hannelore HerlanIhre Ansprechpartnerin:
Pressesprecherin
Hannelore Herlan

» presse@dvw-ev.de

Fon: +49 (0)30 / 516 51 05 - 20
Fax: +49 (0)30 / 516 51 05 - 69

» Zum Kontaktformular