Erkältungszeit – „Zu Risiken und Nebenwirkungen beim Autofahren…“
Berlin, 29. November 2011: Die Deutsche Verkehrswacht rät Autofahrern, sich bei einer Grippe oder Erkältung lieber nicht ans Steuer zu setzen. Der Grund: Schon die Krankheit selbst schränkt die Fahrtüchtigkeit ein und lässt die Unfallgefahr steigen. Werden zusätzlich Medikamente gegen Husten und Schnupfen eingenommen, beeinträchtigt dies zusätzlich das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen im Straßenverkehr.
„Plötzliche Husten- oder Niesanfälle können zu gefährlichen Situationen führen, da der Autofahrer dadurch vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird“, erläutert Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a.D. „Diese Ablenkung von wenigen Sekunden kann ausschlaggebend dafür sein, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht.“
Noch vorsichtiger sollte sein, wer eine Grippe oder Erkältung mit Arzneimitteln bekämpft. Dazu zählen neben verschreibungspflichtigen Erkältungsmitteln auch viele der frei verkäuflichen Medikamente. Kurt Bodewig: „Hustenblocker beispielsweise können das gesamte zentrale Nervensystem dämpfen und zu einer Beeinträchtigung des Fahrvermögens führen. Grippe- und Erkältungsmittel können zudem stark beruhigend wirken und müde machen.“
Wie stark die Fahrtüchtigkeit herabgesetzt sein kann, zeigt eine Stichprobeuntersuchung des TÜV Köln, bei der die Leistungsfähigkeit von Probanden vor und nach der Einnahme von rezeptfreien Grippe- oder Hustenmitteln gemessen wurde. Das Ergebnis: Bei fast allen Probanden war nach der Einnahme die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt. Das Reaktionsvermögen hatte sich teilweise um 21 Prozent verschlechtert. Auch bei Wahrnehmung und Aufmerksamkeit waren die Leistungswerte stark gesunken.
Da die Präparate sehr unterschiedlich wirken, empfiehlt die Deutsche Verkehrswacht Autofahrern unbedingt die Hinweise auf Beipackzetteln zu beachten. Im Zweifelsfall sollte die Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker Aufschluss darüber geben, in welcher Weise ein Medikament das Fahrvermögen beeinträchtigt. „Keinen Zweifel lassen aber die Warnhinweise auf den Beipackzetteln bezüglich Alkohol zu“, betont Bodewig. „Die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten und Alkohol ist absolut tabu. Dabei kann es zu Wechselwirkungen kommen, die für den Autofahrer überhaupt nicht abschätzbar sind.“
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Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 70.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jedes Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,5 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.
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