Schriftgröße
Header

 

Deutsche Verkehrswacht sieht Senioren als zunehmendes Risiko

Berlin, 12. Juni 2017: Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) hat sich auf ihrer Jahresmitgliederversammlung in Würzburg mit der Verkehrssicherheit älterer Kraftfahrer befasst. In einem Beschluss fordert die Versammlung obligatorische Rückmeldefahrten für Senioren ab 75 Jahren, deren Ergebnisse empfehlenden Charakter haben. Instrumente zur besseren Selbsteinschätzung müssten entwickelt und der Zielgruppe nahegebracht werden. Auch sollten Ärzte bei der Erkennung von Mängeln eine stärkere Rolle in der Verkehrssicherheitsberatung spielen.

Nach Ansicht von Prof. Kurt Bodewig; Präsident der DVW und Bundesminister a.D., zeigen die Zahlen schon heute, dass das individuelle Risiko, einen Unfall zu verursachen, jenseits des 75. Lebensjahres erheblich zunimmt. "Hier kommt mit dem demographischen Wandel ein Problem auf uns zu, dem wir uns stellen müssen", so Bodewig. "Es geht aber nicht darum, jemandem den Führerschein wegzunehmen."

In weiteren Beschlüssen mahnten die Delegierten eine bessere Datenqualität an, ohne die eine sinnvolle Unfallforschung nicht zu leisten sei, und äußerten sich kritisch zur Einführung automatisierter Funktionen in Kraftfahrzeugen. Bei der Datenqualität sei vor allem die Polizei bei der Unfallaufnahme in der Pflicht. In Bezug auf automatisierte Fahrzeuge wurde beanstandet, dass nach heutigem Forschungsstand noch nicht klar sei, dass der Fahrer ausreichend in der Lage sei, der Übernahmeaufforderung des Systems sachgerecht Folge zu leisten. Hier seien noch viele offene Fragen zu klären. Das Gesetz zu hoch- und vollautomatisierten Fahrfunktionen schaffe für den Fahrer keine Rechtssicherheit.




Weitere Informationen:
facebook.com/DeutscheVerkehrswacht
youtube.com/RiskierNichts 
twitter.com/DtVerkehrswacht 

Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 60.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jeden Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,7 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring.