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Bremsen…Reifen…Kette: Frühlings-Check Fahrrad

Berlin, 14. März 2017: Mit steigenden Temperaturen schwingen sich mehr Menschen wieder auf ihr Fahrrad. Nicht selten stand es den ganzen Winter unbewegt im Keller, der Garage oder sogar draußen. Damit es beim ersten Antritt keine bösen Überraschungen gibt, hier ein paar Tipps, wie das Fahrrad schnell fit wird für die Saison.

Nach langer Standzeit werden alle Bauteile auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft, mit besonderem Augenmerk auf die sicherheitsrelevanten Komponenten: Die Beleuchtung ist meistens einfach zu reparieren, ebenfalls können fehlende Reflektoren schnell ergänzt werden. Kette und Bremsen hingegen sind eher ein Fall für den Fachmenschen.

Bremsen

Gerade die sehr verbreitete Felgenbremse muss ständig gewartet und Verschleißteile gegebenenfalls ausgetauscht werden. Dazu gehören zum Beispiel die Bremsbeläge, deren Lebensdauer von Materialqualität und Nutzung abhängt.

Gleiches gilt für die Bowdenzüge. Die Bremskabel dehnen sich mit der Zeit und müssen nachjustiert werden. Lässt die Wirkung spürbar nach oder bleiben die Bremshebel schwergängig, sind meist die Innenseiten der Bremshüllen stumpf oder beschädigt und der Zug muss ausgetauscht werden.

Beim Bremsen schleifen sich langsam die Felgenflanken der Laufräder ab. Bei starker Beanspruchung kann die Felgenwand reißen und schwere Stürze verursachen. Sinkt ihre Dicke etwa unter einem Millimeter, müssen sie dringend ausgewechselt werden. Die Dicke kann in einer Fahrradwerkstatt ermittelt werden. Viele Felgen haben einen Verschleißindikator, meistens eine gefräste Rille in der Felgenwand. Ist diese kaum noch zu sehen, muss das Laufrad erneuert werden.

Reifen

Wird das Rad einige Woche nicht bewegt, ist ein Verlust an Reifendruck normal. Verliert der Reifen nach dem Aufpumpen aber schnell wieder Luft, kann dies ein Hinweis auf eine undichte Stelle im Schlauch sein; er muss dann geflickt oder ausgetauscht werden. Dabei sollte die Reifeninnenseite auf Gegenstände abgesucht werden, die das Leck verursacht haben könnten.

Ist der Reifen stark beschädigt, muss er ausgewechselt werden. Gleiches gilt, wenn das Profil abgefahren ist, da er dann an Bodenhaftung verliert. Spätestens wenn der Pannenschutz oder die Karkasse (Gewebe im Gummi) durch den Reifen scheinen, sollte er getauscht werden.

Lange Standzeit mit wenig Luftdruck heißt auch, dass ein Reifen an der Auflagefläche beansprucht wird. Bei älterem und bereits porösem Gummi kann die Reifenwand beschädigt werden. Wird das nicht sofort bemerkt, besteht die Gefahr, dass der Reifen während der Fahrt platzt und das Laufrad blockiert. Also rechtzeitig auswechseln!

Kette

Beim Frühlings-Check muss auch die Kette überprüft werden. Sie ist stark beansprucht und der Witterung ausgeliefert. Darum rostet sie schnell und muss dann vor dem Fahren gereinigt werden, andernfalls droht sie zu klemmen oder gar zu reißen, da Korrosion das Metall stark angreifen kann.

Zuerst den groben Schmutz und Rost mit einer Drahtbürste von Kette und Ritzeln entfernen. War sie noch beweglich, reicht es meist, sie danach zu ölen/fetten. Bei steifer Kette ist es sicherer, sie zu erneuern; andernfalls mit einem Rostlöser oder Kriechöl behandeln und einwirken lassen. Danach mit einem Tuch gründlich säubern und mit Kettenöl oder -Fett einschmieren.

Schmutzlos glücklich

Damit die einzelnen Komponenten funktionsfähig bleiben, sollte das Rad auch gründlich gereinigt werden. Am besten geeignet sind ein einfacher Schwamm und Seifenlauge. Auf Lampen und Reflektoren ist besonders zu achten. Kette, Kettenblatt und Ritzel sollten mit einem leichten Öl extra gereinigt werden. Dazu kann eine alte Zahnbürste verwendet werden. Nach dem Waschen ist Trockenreiben angesagt. Danach alle beweglichen Teile einfetten oder einölen.




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