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Alkohol - Jeck im Karneval, nicht im Straßenverkehr

Berlin, 16. Februar 2012: Für viele Karnevalsfreunde gehören alkoholische Getränke zu den närrischen Tagen wie der Auspuff zum Auto. Jeder „Jeck“ sollte sich bereits vor der Feier klarmachen: „Wenn ich heute trinke, dann lasse ich den Wagen stehen.“ Die Deutsche Verkehrswacht rät daher allen Karneval-Fans, das eigene Fahrzeug zu Hause zu lassen und zu Faschingsfeiern und Karnevalsumzügen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

„Bereits geringe Mengen Alkohol können die Fahrtüchtigkeit einschränken“, so Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a.D. „Zudem steigt die Risikobereitschaft, gerade bei Menschen die fahruntüchtig sind. Statt darauf zu vertrauen, mit ein paar Bier noch fahren zu können, sollte die Devise ‚Wer fährt, trinkt nicht‘ gelten.“

Alkoholunfälle heben sich vor allem in ihrer Schwere von anderen Unfällen ab. Zahlreiche Menschen, die sich nüchtern vernünftig verhalten, verlieren durch Alkohol ihre Kritikfähigkeit. Trinkt eine Person Alkohol, wirkt dieser bereits nach kurzer Zeit im Gehirn. Das Belohnungszentrum des Denkapparats wird angeregt und der Trinker fühlt sich ausgelassen und beschwingt. Ohne dass die Person es bewusst bemerkt, ist bereits nach geringen Mengen Alkohol die Reaktionsfähigkeit herabgesetzt.

Je nach getrunkener Menge lässt zudem die Sehfähigkeit deutlich nach. Die Augen werden lichtempfindlicher und Entfernungen können schlechter eingeschätzt werden. Das Gesichtsfeld verengt sich und das periphere Sehen ist eingeschränkt. Der ‚Tunnelblick‘ stellt sich ein. Da sich die Koordination der Augenmuskeln verringert, können die Augen nicht mehr einen Punkt fixieren und der Alkoholkonsument sieht doppelt.

„Ob jemand abschätzen kann, wie hoch sein Promillespiegel ist und ob er sich noch innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte befindet, ist reine Glückssache“; so Bodewig. „Das Motto ‚Kein Alkohol am Steuer‘ ist eine klare Handlungsempfehlung an alle Verkehrsteilnehmer und kann die Zahl alkoholbedingter Unfälle im Straßenverkehr reduzieren. Dass die Zahl der tödlich- und schwerverletzten Alkoholopfer in 2011 wieder zugenommen hat, ist eine bedauerliche Entwicklung und darf von der Gesellschaft nicht so einfach hingenommen werden.“

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 kamen nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes 316 Personen bei Alkoholunfällen ums Leben, 4.639 wurden schwer verletzt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg von 7,5 Prozent bei den Getöteten und 5,4 Prozent bei den Schwerverletzten.




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