Aktion „Ich trag‘ Helm“: Einen Helm? Ich kann doch Fahrrad fahren!

Berlin, 27. August 2011: Kinder auf dem Fahrrad im Straßenverkehr: Da fährt auch stets die Sorge der Eltern mit – und ihre Hoffnung, dass nichts passiert. Da wundert es schon, dass man immer wieder von Kindern und Jugendlichen hört, die ohne Radhelm unterwegs sind. Wir setzen uns einen Tag lang aufs Rad, um die Situation auf deutschen Straßen unmittelbar zu erleben.

Mit Fahrrad und Helm zur Schule

Gerade in den warmen Monaten des Jahres kann man morgens viele Kinder durch die Straßen radeln sehen. Ab 7 Uhr beginnt der Schulverkehr. Wenn die Eltern kein Auto oder keine Zeit haben, der Bus ungünstig hält und der Weg zur Schule zu weit zum Laufen ist, ist das Fahrrad für viele eine Alternative.­ Tatsächlich sind die meisten Kinder im fortgeschrittenen Grundschulalter, nachdem sie die Radfahrausbildung in der Schule absolviert haben, so weit, dass sie eigenverantwortlich kürzere Strecken mit dem Fahrrad bewältigen können.

Ein echtes Markenzeichen

Ein verkehrstüchtiges Fahrrad, ein gut sitzender Radhelm, mehrere Übungsstunden in sicherer Umgebung und Verständnis für Regeln und Gefahren im Straßenverkehr sollten zu der „Grundausstattung“ jedes jungen Fahrradfahrers gehören, bevor er alleine im Straßenverkehr fährt. Doch gehört der Helm auch wirklich dazu? Wir machen uns ein Bild. Tatsächlich tragen die meisten Kinder, die wir auf dem Rad sehen, auch Fahrradhelme. Die Modelle sind vielfältig – von klassischen Kinderhelmen bis zu topmodischen und sportlichen Varianten, die an die Helme von BMXern erinnern. Wir stellen fest: Radhelme sind in dieser Altersgruppe inzwischen zum persönlichen Markenzeichen geworden. Die Hersteller haben sich darauf eingestellt und für jeden Geschmack das richtige Modell entwickelt. Wenn Kindern der Helm gefällt, tragen sie ihn gern.

Am Lenker baumelnd bietet ein Radhelm keinen Schutz

Bei den Jugendlichen sieht die Situation allerdings anders aus: Gerade überholt uns ein Teenager auf seinem Mountainbike, der Radhelm baumelt lässig am Lenker. An der nächsten Ampel fragen wir betont unaufgeregt, wem denn der Helm da gehöre. „Hat mir Papa geschenkt, brauche ich aber nicht“. Und warum nicht? Er könne doch Fahrradfahren, ruft er uns zu, als die Ampel auf Grün springt und er davon radelt. Auch wenn es inzwischen modische Fahrradhelme gibt, bei Jugendlichen bleiben sie einfach uncool. So finden wir in dieser Altersgruppe über den Tag verteilt nur eine Hand voll Helmträger. Und bei den Erwachsenen sieht es bedauerlicher­weise nicht viel besser aus.

Geteiltes Fazit

Unsere Beobachtungen sind eindeutig: Beim Helmtragen sind die Kinder die Vorbilder für Jugendliche und Erwachsene. Die Einsicht, dass ein Radhelm bei einem schweren Sturz auch Lebensretter sein kann, setzt sich nur langsam durch. Meist öffnet leider erst ein Unfall die Augen.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ruft mit der bundesweiten Aktion „Ich trag‘ Helm“ zum freiwilligen Tragen von Fahrradhelmen auf; umgesetzt wird die Aktion von der Deutschen Verkehrswacht. Anlässlich der EUROBIKE 2011 gibt die Deutsche Verkehrswacht ab heute bis zum 3. September 2011 täglich eine Pressemitteilung zum Thema „Fahrradhelm“ heraus.

Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 70.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jedes Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,5 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.

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