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Blutalkoholregelung für Fahrradfahrer

Auf ihrer Jahreshauptversammlung 2012 hat sich die Deutsche Verkehrswacht e.V. für eine neue Blutalkoholregelung für Fahrradfahrer ausgesprochen.

Wortlaut des Beschlusses "Neue Blutalkoholregelung für Fahrradfahrer"

Blutalkoholregelung für Fahrradfahrer

Neue Blutalkoholregelung für Fahrradfahrer

Die Zahl der alkoholisierten Fahrradfahrer, die durch einen Verkehrsunfall zu Schaden gekommen sind, hat erheblich zugenommen. Sie gefährden durch ihre alkoholisierte Teilnahme am Straßenverkehr sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer.

Der Grenzwert von 1,6‰ für Radler ist zu viel. Er wird der Verkehrssituation nicht mehr gerecht und ist über 20 Jahre alt. Bei 1,6‰ liegt zudem eine Straftat vor, da es keine vorgeschaltete Ordnungswidrigkeit für Radler gibt. Bis 1,6‰ gibt es gefährliche Veränderungen im Körper. Ab 0,3‰ werden Entfernung und Geschwindigkeit eines herannahenden PKW falsch eingeschätzt, ab 0,5‰ vermindert sich die Sehleistung, ab 0,8‰ verlängert sich die Reaktionszeit um 50%, es kommt zum Tunnelblick, der Radler blendet somit einen vorhanden PKW völlig aus. Ab 1,1‰ nimmt die Risikobereitschaft zu und das bedeutendste, ab 1‰ setzt der Kontrollverlust über das eigene Trinkverhalten ein.

Beschluss

1. Die Deutsche Verkehrswacht fordert, den für Radfahrer bestehenden Grenzwert der absoluten Fahruntüchtigkeit bei einem Blutalkoholgehalt von 1,6 Promille auf den für Kraftfahrzeugführer von 1,1 Promille im Straßenverkehrsrecht herabzusetzen.

2. Aus präventiven Gründen soll ein Ordnungswidrigkeitstatbestand eingeführt werden, der das alkoholisierte Fahren eines Fahrrades ab einem medizinisch zu begründenden Blutalkoholgehalt verbietet.

 

Deutsche Verkehrswacht e.V., 02.06.2012