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Fahreignung: Nur fit ans Steuer

Fahrtüchtigkeit ist nicht nur eine Frage des Alters; Krankheit, Stress, Erschöpfung, die berühmte „Tagesform“, aber auch mentale Verstimmungen beeinflussen sie. Dennoch ist unstrittig, dass im Alter eine dauerhafte Fahruntüchtigkeit drohen kann, die durch körperlichen und geistigen Abbau bedingt ist. Daher ist es ratsam, sich gerade im Alter immer wieder zu fragen, wie es einem geht, ob man sich fit fühlt.

Von Autofahrern wird das von der Fahrerlaubnisverordnung gefordert. Sie besagt, dass man bei körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen nur dann am Verkehr teilnehmen darf, wenn andere nicht gefährdet werden. Schon ein verspannter Nacken, sorgenvolle Gedanken, die ablenken, oder die Einnahme von Erkältungsmitteln können sich negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken. Da ist es ratsam, das Auto oder das Fahrrad stehen zu lassen und Alternativen zu suchen.

Regelmäßig zum Gesundheitscheck

Regelmäßige Gesundheitschecks – in jedem Alter! – dienen dazu, mögliche Erkrankungen frühzeitig zu entdecken und zu behandeln. Besonders Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes können dadurch rechtzeitig therapiert werden. Ein umfangreicher Gesundheitscheck gibt neben dem allgemeinen Gesundheitszustand auch Auskunft über die körperliche Fitness und Beweglichkeit, über Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit.

Fahrtüchtigkeit - Fahreignung

Fahrtüchtigkeit bezeichnet die momentane geistige und körperliche Fähigkeit, ein Kraftfahrzeug im Verkehr sicher zu führen. Fahreignung bezieht sich auf die grundsätzliche Fähigkeit, dies sicher zu tun. Krankheiten können vorübergehend fahruntüchtig machen, doch nach einer erfolgreichen Therapie ist die Fahruntüchtigkeit in der Regel wieder aufgehoben. Diabetiker etwa dürfen bei einer Einstellung nach einer erstmaligen Stoffwechselentgleisung wieder Auto fahren. Bei einer Neigung zu schweren Stoffwechselentgleisungen hingegen sieht der Gesetzgeber beispielsweise keine Fahreignung mehr gegeben, das Autofahren ist damit verboten.

Die Zeichen der Zeit erkennen

Irgendwann im Leben stellen sich bei jedem Menschen die ersten Zipperlein oder eine ernste Erkrankung ein. Inwiefern wir dann noch sicher ein Auto lenken können, muss im Einzelfall entschieden werden. Es gibt eine Reihe von Anzeichen dafür, wann ein sicheres Fahrverhalten nicht mehr gegeben ist.

So wie Veränderungen der Leistungsfähigkeit oft lange unbemerkt bleiben, verändert sich auch das Fahrverhalten meist langsam. So fahren ältere Menschen häufig langsamer und defensiv und meiden schwierige Verkehrssituationen. Auch die Fahrleistung verringert sich und reduziert sich immer weiter auf Besorgungsfahrten und bekannte Strecken.

Das allein sind keine Anzeichen mangelnder Fahreignung. Anders ist es, wenn es zu Auffälligkeiten kommt, zum Beispiel zu vermehrten Beinahe- und Bagatellunfällen, Missachten von Verkehrszeichen und Ampelsignalen oder häufigem Verfahren, auch auf bekannten Strecken.

Wenn Angehörige diese Anzeichen beobachten, sollten sie handeln und eine Gelegenheit herbeiführen, um dieses sensible Thema mit dem Partner oder den Eltern zu besprechen. Oft ist es gut, langjährige Weggefährten und Nachbarn um Unterstützung zu bitten. An erster Stelle steht hier der Hausarzt, der das Thema bei der nächsten Untersuchung ansprechen und es aus ärztlicher Sicht untermauern kann. Ausführliche Untersuchungen zur Fahreignung bieten Haus- und Fachärzte mit der Zusatzqualifikation für Verkehrsmedizin und die Begutachtungsstellen für Fahreignung. Rückmeldungen zur Fahreignung bekommt man auch bei einer Fahrstunde mit einem Fahrlehrer.

Alternativen bieten

Angehörige, deren Bemühungen nicht gleich den erwünschten Erfolg zeitigen, sollten nicht gleich mit dem Entzug des Führerscheins drohen – das ist oftmals nicht gerechtfertigt und für den Betroffenen oft ein persönliches Drama. Besser ist es, Alternativen zu bieten, damit der Betroffene sich von dem Gedanken verabschieden kann, auf das Auto „unbedingt“ angewiesen zu sein. Wenn Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn bereit sind, Besorgungen zu erledigen oder ihn zum Einkaufen, zu Freizeitaktivitäten oder zur Arztpraxis zu fahren, ist schon viel getan. Auch ein gemeinsamer Gang zur Bushaltestelle und dem Fahrkartenautomaten kann viel bewirken.

Mancherorts gibt es Anrufsammeltaxis oder Bürgerbusse, in anderen Kommunen engagieren sich kirchliche und soziale Einrichtungen sowie Wohlfahrtsverbände und bieten Fahrdienste, zum Beispiel zum sonntäglichen Gottesdienst an.