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Verkehrsteilnahme von Kindern

Von der Kindertagesstätte in die Grundschule – ein großer Schritt für angehende Schulkinder. Oft sind auch neue (Schul-)Wege zurückzulegen, zu Fuß oder mit dem Öffentlichen Nahverkehr. Sind Vorschulkinder in der Regel noch in Begleitung eines Erwachsenen unterwegs, beginnen Grundschüler mit der eigenständigen Mobilität in der näheren Umgebung. Deshalb müssen sie gut auf den realen Verkehrsraum vorbereitet sein.

Verkehrsteilnahme von Kindern

Eine sichere Verkehrsteilnahme ist nicht nur vom reinen „Verkehrswissen“ abhängig, sondern auch von den Entwicklungsvoraussetzungen der Kinder. Eltern sollten sich bewusst machen, dass sowohl die Sinneswahrnehmungen als auch die geistige Entwicklung von Grundschülern nicht mit denen von Erwachsenen vergleichbar sind.

So denken Kinder bis in die Grundschule hinein in Anschauungen und Bildern und lernen hauptsächlich situationsbezogen. Je jünger ein Kind ist, je mehr verbindet es eine Gefahr mit einem konkreten Ort und überträgt dies nicht auf vergleichbare Verkehrssituationen an anderen Orten. Ein Transfer von erlerntem Wissen von einer Situation auf eine andere ist Kindern vor der Grundschule kaum möglich, da dies ein bereits stark abstraktes Denkvermögen voraussetzt. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern mit ihrem Kind den ganz konkreten Schulweg üben, den es alltäglich zurücklegt. Unterstützung bietet bei dieser Aufgabe der Schulwegplaner.

Kinder im Grundschulalter können noch nicht die Perspektive von anderen einnehmen. Sie sehen alles aus ihrem Blickwinkel. Zudem lassen sich besonders Erstklässler noch schnell von externen Reizen ablenken.

Ab einem Alter von sechs oder sieben Jahren nimmt die Konzentrationsfähigkeit zu und Kinder beginnen, Zusammenhänge zu erkennen. Zunehmend können sie sich in andere Menschen hineinversetzen, was eine grundlegende Fähigkeit für die sichere Verkehrsteilnahme darstellt. Dennoch dürfen Eltern die Leistungsfähigkeit ihrer Kinder nicht überschätzen. Gerade in brenzligen Situationen sind sie rasch hilflos und stehen Mehrfachanforderungen ratlos gegenüber.

Im Einschulungsalter erkennen Kinder eine gefährliche Situation erst dann, wenn sie eingetreten ist. Die Zeit zum Handeln und Ausweichen reicht dann meist nicht mehr aus. Erst mit etwa acht Jahren sind Kinder in der Lage, Gefahren bereits im Vorfeld zu erkennen. Aber erst Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren haben eine Denkweise entwickelt, Gefahren rechtzeitig und antizipativ zu erkennen. Sie können nun auch bewusst so handeln, dass mögliche Gefahren gar nicht erst eintreten.