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KLEE

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„Das Leben auf der Überholspur rast viel zu schnell vorbei!“

Die Kölner Band KLEE unterstützte 2012 die Deutsche Verkehrswacht als Musikpartner des Wettbewerbs „Spurwechsel“. Suzie Kerstgens, die Frontfrau der Band, erzählt uns im Interview, warum dies mehr als ein Lippenbekenntnis ist.

Eine Musikband wie KLEE ist ständig „on the road“ – gerade bei Tourneen gibt es nahezu tägliche Ortswechsel, zieht der Tour-Bus wochenlang von Stadt zu Stadt. Im Winter 1999 war die Band auf der Rückreise von einem Videodreh, für den sie in verschiedenen europäischen Städten, von Paris bis London, Sequenzen gefilmt hatten. Nicht nur das Budget war knapp, sondern auch die Zeit, denn das Video musste schnell fertig werden. Alle haben gepowert, an viel Schlaf war nicht zu denken.

Suzie: „Und das war unser großer Fehler. Auf der Rückreise waren wir alle vollkommen übermüdet. Da hat eine Sekunde Unachtsamkeit gereicht und schon ist es passiert. Wir sind von der nassen, rutschigen Fahrbahn abgekommen und unser Sprinter hat sich gedreht wie ein Salto Mortale. Wir hatten großes Glück, dass wir kurz vor dem Berufsverkehr unterwegs waren, sodass kein anderer zu Schaden gekommen ist.“

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Suzie hatte Glück und kam mit ein paar blauen Flecken davon; den anderen Bandmitgliedern ging es schlechter: „Die Jungs lagen wochenlang im Krankenhaus. Sten war auf der Rückbank zwischen Schiebetür und Sitz eingeklemmt und bewusstlos – sein ganzes Bein war lädiert. Tom hat es durch die Scheibe auf die Straße katapultiert. Wir waren uns gar nicht sicher, ob er überhaupt noch lebt… Wirklich reflektiert haben wir das, was uns passiert ist, aber erst einmal nicht. Sten hat im Krankenbett sogar noch die Videos geschnitten, die wir retten konnten. Totaler Wahnsinn! Irgendwann später kam dann aber die Einsicht, dass wir nicht einfach so weitermachen können, wie vorher.“

Die Band machte eine Pause und wechselte den Namen – aus „Rallye“, wie die Band bis dahin hieß, wurde „KLEE“. Auch sonst hat sich einiges geändert: „Wenn wir mit der Band in unserem großen Wagen unterwegs sind und einen Auftritt hatten, lassen wir den Wagen grundsätzlich stehen und nehmen uns ein Taxi zum Hotel. Nach einem Konzert ist man einfach geschafft. Und was passieren kann, wenn man sich übermüdet ans Steuer setzt, haben wir erleben müssen. Gleiches gilt im Übrigen für Partys! Die paar Euro in ein Taxi zu investieren und das Auto stehen zu lassen, sollten es jedem Wert sein.“