Wahrnehmung und Konzentration

Das Handeln der Kindergartenkinder ist erklärbar: Erst im Alter von sechs Jahren stellt sich bei Kindern ein Gefahrenbewusstsein ein, dann bildet sich ein vorausschauendes, einschätzendes Denken. Vorher, im Kindergartenalter, erkennen Kinder gefährliche Situationen erst, wenn sie bereits eingetreten sind. Ausreichend Zeit zum Handeln bleibt dann meist nicht mehr.

Wahrnehmung und Konzentration

Bis zum Alter von sieben Jahren lassen sich Kinder in ihrem Handeln stark von Vorstellungen und Gefühlen leiten. Auch nehmen Kinder im Vorschulalter lediglich Eindrücke aus ihrem unmittelbaren Umfeld auf, ohne sie rational zu hinterfragen oder zu werten. Sie sind leicht abzulenken und unterscheiden Wesentliches nicht von Unwesentlichem. Erst nach und nach entwickeln sie die Fähigkeit, wichtige und unwichtige Situationsmerkmale zu unterscheiden, sich auf die entscheidenden Details zu konzentrieren und die unwesentlichen zu ignorieren.

Besonders im Straßenverkehr kann diese Art der kindlichen Weltsicht schnell zu gefährlichen Situationen führen: Ein Hund bellt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, der Ball rollt über die Bordsteinkante – es gibt unzählige Situationen, von denen sich Kinder ablenken lassen und nicht mehr sehen, dass sich ein Auto oder ein Radfahrer nähert.

Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass Kinder im Vorschulalter keinesfalls für eine selbstständige, gefahrlose Teilnahme im Straßenverkehr gerüstet sind – die notwendige Aufmerksamkeit können sie noch nicht bringen. Wahrnehmung und Konzentration sind aber wichtige Voraussetzungen für ein sicheres Verkehrsverhalten.